
Haltung

Graupapagei (Psittacus erithacus)
Die Hauptfarbe ist blassgrau bis gelegentlich dunkelgrau. Graupapageien haben
eine weiße Gesichtsmaske die unbefiedert ist. Der Schwanz ist rot, der Schnabel
schwarz und die Füße dunkelgrau. Größe:33 cm
Unterarten:
Kongo-Graupapagei
Timneh-Graupapagei
Verbreitung:
Südost-Elfenbeinküste ostwärts bis West-Kenia und südwärts bis Nord-Angola,
Süd-Kongo und Nordwest-Tansania.
Afrika ist die Heimat der Graupapageien.
Lebensweise in freier Natur:
In den Wäldern halten sie sich geschützt im Dickicht auf Tieflandwälder,
Savannen mit Baumbestand. Der Flug ist schnell. Rufe bestehen aus Serien lauter
Schreie und melodischen Pfeiftöne. Ernährung in freier Wildbahn bevorzugen
Früchte der Ölpalme
Haltung in Menschenobhut:
Wir halten unser Kongo Graupapageienpaar in einer Voliere, 2 x 1 x 2 Meter. Wir
bieten ständig frisches Holz zum Benagen und diverses Papageienspielzeug, das
wenn man etwas Handwerklich geschickt ist, sehr leicht selbst hergestellt werden
kann.
Zucht in Menschenobhut:
Brutbeginn bevorzugt ab Mai bei mir bekannten Paaren auch gerne im Oktober. Zur
Brutzeit Paar in geschützter Voliere unterbringen und Störungen vermeiden. Das
Normalgelege besteht aus 3 bis 4 Eiern. Die Altvögel sind meist empfindlich
gegen Nistkastenkontrollen.
Ernährung in Menschenobhut:
Ein ausgewogenes Angebot an Obst, Gemüse, frischen Ästen (Apfel, Weiden), Kalk,
Grit, Papageienfuttermischungen , Grünzeug (Vogelmiere, Löwenzahn) und halbreifen
Sämereien aus dem Garten. Verschiedene Obst- und Gemüsesorten, vor allem jedoch
Weintrauben, Pfirsiche und Äpfel; halbreifer Mais, Hagebutten, Grünpflanzen. Das
Obst gehört zu den Grundnahrungsmitteln der Graupapageien. Mineralien nimmt der
Graupapagei durch Anknabbern frischer Zweige, mit Gemüse- und Getreidekost auf.

Maximilians Papagei

Ca. 29cm bis 31cm groß mit einer Flügellänge von 16 bis 20cm. Das Gewicht liegt
etwa bei 200 bis 250g. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt: die Grundfarbe
ist grün, die Federn der Oberseite mit grauen Säumen. Stirn und Zügel sind
schwärzlich, übrige Kopffedern grünbläulich mit blau- bis dunkelgrauen Säumen.
Kinn, Kehle und Oberbrust blau, manchmal mit violettrotem Anflug. Die Unterseite
ist bläulich- bis olivgrün. Die Unterschwanzdecken rot, die Außenfahnen der vier
äußeren Schwanzfedern blau mit roter Wurzel. Der Schnabel ist hell hornfarben
mit dunkelgrauer Basis, die Wachshaut grau. Die Iris ist dunkelbraun, der
unbefiederte Augenring graubräunlich. Jungtiere sind matter gefärbt als die
Alttiere, ihre Kehle und Oberbrust ist meist ohne bzw. nur wenig blau. Oft
findet sich sich ein gelboranges bis rotes Stirnband, welches nach 8 bis 9
Monaten verschwindet. Das Alterskleid wird etwa im Alter von drei Jahren
erlangt.
Unterarten :
Man unterscheidet vier Unterarten, die sich vor allem in der Intensitität der
blauen Kehlfärbung unterscheiden:
die Nominatform Pionus maximiliani maximiliani, die vor allem den Nordosten
Brasiliens bewohnt (Beschreibung s.o.);
P.m. melanoblepharus (Misiones Maximilianpapagei), die in Ost- bis
Südostbrasilien, Ostparaguay und Nordostargentinien lebt. Kinn und Brustband
sind mehr dunkelblau, Rücken und Unterseite dunkler grün und diese Unterart ist
etwas größer (bis 31cm);
Im östlichen Mato Grosso (Brasilien) vermischt sich P.m. melanoblepharus mit P.m.
siy (Bolivien-Maximilianpapagei, Grünköpfiger Maximilianpapagei), der auch das
zentrale und östliche Bolivien, Paraguay und Nord-Argentinien bewohnt. Kinn,
Kehle und Oberbrust dieser Unrterart sind mehr violettrot, die Grünfärbung
insgesamt blasser als bei der Nominatform und mit bronzefarbener Tönung vor
allem der Flügeldecken. Größe etwa 30cm.
P.m. siy vermischt in Nord-Argentinien mit der vierten Unterart P.m. lacerus (Tucuman
Maximilianpapagei), dessen Brustband ausgedehnter und mehr blau ist als bei P.m.
siy und der mit 31cm auch ein wenig größer ist.
Verbreitung :
Dieses südamerikanische Papagei lebt vom Nordosten Brasiliens südwärts und
westwärts über Süd-Brasilien bis zum Osten Boliviens, Paraguay und den Norden
Argentiniens.
Lebensweise in freier Natur :
Maximilianpapageien bevorzugen offene, laubabwerfende Wälder, Galerie- und
Trockenwälder in den Tropen, haben jedoch auch baubestandenes Weideland
besiedelt. Im Osten und im südlichen Teil Brasiliens bewohnen sie feuchtere
subtropische Wälder und die Waldränder. Zwar bevorzugt der Maximilianspapagei
das Flachland, im Südosten Brasiliens findet man ihn aber auch in bis zu 1500m
Höhe. Maiximilanpapageien führen ein verstecktes Leben in den Baumkronen und
verhalten sich bei der Nahrungssuche, bei der sie weit umher schweifen, sehr
ruhig. Im Flug stoßen sie aber einen lauten Ruf aus, der bei Gefahr in schneller
Folge und schriller Tonlage wiederholt wird Außerhalb der Brutzeit leben sie in
kleinen Gruppen von meist vier bis sechs Vögeln, die sich zum Übernachten zu
Schwärmen bis zu 50 Tieren sammeln. In Gegenden mit reichlichem Nahrungsangebot
sind aber auch Schwärme bis zu 1000 Tieren beobachtet worden sein. Am Morgen
brechen die Vögel nach einer ca. einstündigen Putz- und Schreiaktivität zur
Nahrungssuche auf. Unterwegs trinken sie und fressen mineralhaltige Erde. Ihre
Nahrung besteht aus Früchten (vor allem Feigen, Ficus ssp.), Beeren, Samen,
Knospen und Blüten je nach jahreszeitlichem Angebot. Im Nordosten Braasiliens
werden auch Araucaria-Nüsse (Araucaria angustifolis) gefressen, andernorts die
Andenerle (Alnus jorullensis). Ihr Flug ist gekennzeichnet durch die tiefen
Flügelschläge. In den Mittagsstunden legen sie eine Ruhephase ein, der in den
Nachmittagsstunden eine erneute Fressphase folgt. Wenn die Nahrung in einem
Gebiet erschöpft ist, ziehen sie in einen anderen Landstrich weiter. Aufgrund
des großen Verbreitungsbegietes ist die Brutzeit regional sehr unterschiedlich:
im südlichen Lebensraum beginnt die Brutzeit im September/Oktober, im Norden
Dezmeber/Januar, in machen Gebieten auch erst im Februar. Während der Brutzeit
bleiben nur die einjährigen Vögel im Verband zusammen, die Paare sondern sich
ab. Sie wählen vorwiegend hochgelegene Baumhöhlen und Astlöcher (über 10m) als
Nistplätze aus. Maximilianpapageien werden auch in Gesellschaft von Sittichen, ,
Prachtamazonen und Grünflügelaras angetroffen. Sie gelten nicht als bedroht:
zwar gehen in einigen wenigen Küstengebieten Brasiliens mit starker Holz- und
Lsdwirtschaft die Bestände zurück, doch dehnt sich insgesamt ihr
Verbreitungsgebiet aus.
Haltung in Menschenobhut :
Haltung erstmalig im Londoner Zoo 1862. Maximilianpapageien wurden zwar
regelmäßig importiert, doch aufgrund ihrer vergleichsweise schlichten Färbung
waren die Importzahlen nur gering. Sie gelten aufgrund ihres ruhigen Charakters
als sehr geeignet für die Wohnungshaltung. Meist schreien Maximilianpapageien
nur in den Morgen- und Abendstunden mit recht kräftiger Stimme, doch gibt es
hier auch individuelle Unterschiede. Ansonsten sind ihre Lautäußerungen recht
leise. Jungvögel werden zutraulich und gewöhnen sich gut an den Menschen. Wie
bei allen Papageienarten sollten sie aber stets paarweise gehalten werden. Damit
Maximilianpapageien ihr Flugvermögen nutzen können, brauchen sie viel Freiflug
oder sehr große Volieren. Das Gutachten über die Mindestanforderung an die
Haltung von Papageien sieht für ein Paar eine Voliere von mindestens 2m Länge,
1m Breite und 1m Höhe vor. Insbesondere bei der Wohnungshaltung ist auf eine
ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit (60% bis 70%)zu achten. Maximilianpapageien
sind ebenso gut für die Haltung in Freivolieren mit Schutzraum geeignet.
Eingewöhnte Vögel bzw. Nachzuchten sind zwar kälteunempfindlich, doch besteht
wegen der fleischigen Füße Erfrierungsgefahr bei Frost. Die Mindesttemperatur im
Schutzhaus sollte 10°C, besser 12°C betragen. Außerhalb der Brutzeit können
Maximilinapapageien mit gleichgroßen artfremden Papageienvögeln
vergesellschaftet werden.
Zucht in Menschenobhut :
Erster Bericht über eine Erfolg Zucht 1958 aus Australien. Die Zucht der
Maximilianpapageien gilt als unproblematisch, ist jedoch nicht weit verbreitet.
Schwierigkeiten bereitet vor allem die Zusammenstellung eines
gegengeschlechtlichen Paares. Die Unterscheidung der Geschlechter anhand
optischer Merkmale ist sehr ungewiß. Eine frühe Paarzusammenstellung ist für die
harmonische Paarbindung von Vorteil. Die Zucht gelingt am besten in großen,
ruhig gelegenen Volieren. Es gibt allerdings auch Berichte von erfolgreichen
Zuchten in kleinen Boxen von 120cm Länge. 80cm Breite und 100cm Höhe. Paare
sollten möglichst einzeln gehalten werden, da Maximilianpapageien während der
Brutzeit agressiv gegen Artgenossen und andere Papageienarten werden können. Als
Nistkästen werden sowohl Naturstammnisthöhlen als auch Nistkästen mit einer
Grundfläche von ca. 28cm x 28cm und einer Höhe von mindestens 35cm angenommen.
Eine Kletterhilfe im Nistkasten ist vorteilhaft, um Beschädigungen der Eier zu
vermeiden. Das Einschlupfloch sollte einen Durchmesser von 6 bis 7cm haben. Die
Balzspiele sind recht lang: das Männchen läuft mit gespreiztem Kopfgefieder,
hängenden Flügeln und gefächertem Schwanz auf einem Ast hin und her. Bei der
Kopulation stößt das Weibchen leise wimmernde Töne aus. Die Kopulation dauert
oft mehrere Minunten. Die Gelege bestehen im allgemeinen aus drei Eiern,
gebrütet wird meist nach der Ablage des ersten Eies. Die Jungen schlüpfen nach
ca. 26 bis 28 Tagen und fliegen nach ca. 60 - 70 Tagen Tagen aus. Ca. 3 bis 4
Wochen nach dem Ausfliegen sind sie selbständig. Mit etwa drei Jahren sind die
Jungvögel geschlechtsreif.
Ernährung in Menschenobhut :
Als Nahrungsgeneralisten sind Maximilianpapageien in der Futteraufnahme in aller
Regel recht vielseitig: Das Grundfutter besteht aus einer Samenmischung mit
einem Sonnenblumenkernanteil von höchstens 20% (darauf ist besonders bei der
Wohnungshaltung zu achten), Kardi, eventuell etwas Hanf (maximal 5%),
Haferkerne, Milokorn, Dari, Buchweizen, Baumsaat, verschiedenen Hirsesorten,
Glanz und Paddyreis. Beim Quell-oder Keimfutter kann zusätzlich noch Weizen,
Gerste, Erbsen und Katjang verwendet werden. Neben der Körnermischung ist die
tägliche Gabe von Obst, Gemüse und Grünfutter wichtig: Apfel, Birne, Pfirsiche,
verschiedenes Beerenobst, Orangen, Banane, Papaya, Mango, Feigen und viele
andere Sorten mehr; Karotten, Spinat, Mangold, Salat, Rote Beete, Löwenzahn,
Vogelmiere etc. Schließlich Grit, Kalksteine, Sepia bzw. Vitakalk zur weiteren
Mineralstoffversorgung. Zur Zucht werden neben reichlichen Mengen an Obst Gemüse
und Grü+nfutter sowie Keim- und Quellfutter auch Weich- und Eifutter sowie
manchmal auch Nektar, Insektenlarven und Mehlwürmer gereicht.


text & gestaltung
© 2008/2011 by tommy